Gut schlafen beim Trekking – Kaufberatung für Isomatten

Auf Trekkingtour willst Du gut schlafen, denn erholt kannst Du die Strecke am nächsten Tag leichter genießen. Essentiell für guten Schlaf ist Wärme. Frierst Du, hält Dich Dein Körper wach, das ist seine Überlebensstrategie.

Oft wird der Schlafsack als Garant für eine warme Nacht gehandelt. Aber da wo Du am Boden aufliegst, die Füllung platt drückst, dort hat auch der dickste und wärmste Schlafsack eine Kältebrücke. Genau hier kommt die Isomatte ins Spiel: sie schützt Dich vor der Kälte des Bodens.

Grundlagen

Es gibt eine ganze Fülle verschiedener Isomatten: unterschiedliche Materialen, Bauweisen, Isolationslevel, Packmaße, Gewichte. Natürlich hat jeder Hersteller besonders wohlklingende Namen für seine angewendete Bauweise.

Die Entwicklung geht auch hier immer weiter, deshalb bringt es nichts die Details der neueste Matte mit irgendeiner anderen zu vergleichen. Aber mit den folgenden Basis-Informationen kannst Du die wesentlichen Eigenschaften von Isomatten beurteilen und so eine gute Kaufentscheidung treffen.

Isolationsgrad

Wie kalt kann der Boden sein damit Du trotzdem noch eine gemütliche Nacht hast? – diese Referenz ist als sogenannter R-Wert angegeben. Dieser gibt an wie groß der Wärmedurchgangs-Widerstand der Matte ist:

R-WertTemperaturWetterbedingungen
1 – 1,5bis + 7°CSommer, milde Herbstnächte
1,5 – 2bis + 2°CFrühjahr bis Herbst, ohne Bodenfrost
2,5 – 3,5bis – 5 °CAlpine Biwaks, milde Winternächte
3,5 – 4,5bis – 11 °CWinterbiwaks in großen Höhen
4,5 – 5,5bis – 24 °CExpeditionen

Komfort

Eine Nacht auf einem harten Boden ist keine Freude, egal ob Du es warm hast oder nicht. Daher ist nach der Isolation die Bequemlichkeit ein wichtiger Faktor für erholsamen Schlaf. Gerade Seitenschläfer wissen eine möglichst dicke, weiche Matratze sehr zu schätzen.

Zur Komfortbewertung gehört aber auch der Raschelfaktor, gerade Thermoluftmatratzen neigen zum Knistern. Das solltest Du am besten im Fachgeschäft durch Probeliegen herausfinden. Denke dabei auch an Deine Zeltpartner, gerade wenn sie einen leichten Schlaf haben.

Robustheit

Die Matte liegt immer am Boden und Du oben drauf. Die Matte sollte das aushalten, damit Du lange von ihr profitieren kannst.

Gerade luftbefüllte Matratzen verlieren ihre Isolationseigenschaften wenn sie ein Loch bekommen und die Luft entweicht. Wenn Du Dich für eine Luftmatratze entscheidest, solltest Du also das Reparatur-Set immer mit dabei haben. Die Reparatur von kleinen Einstichslöchern ist sehr einfach.

Es gibt auch Matten, die kein UV-Licht vertragen, das sind reine Indoor-Matten und für den Trekking-Einsatz nicht geeignet. Denn selbst wenn Du sie nur im Zelt auspackst… die Tür steht mal offen, die Sonne wandert und zack! ist es passiert. Wir sprechen aus Erfahrung.

Gewicht und Packmaß

Die Hersteller versuchen hohe Isolationsgrade mit immer weniger Material, also Gewicht, zu erreichen. Mit dem Packmaß verhält es sich ebenso. Als Faustregel gilt: Je wärmer die Matte, desto größer Gewicht und Packmaß.

Diese beiden Parameter werden von den Herstellern oft hervorgehoben und auch gerne für Vergleichszwecke herangezogen. Sie stellen allerdings abgeleitete Werte da, denn der Haupteinflussgeber dazu ist die von Dir gewünschte Wärmeisolation.

Ob das Päckchen nun kürzer und dicker oder länger und schmäler ist spielt nach unserer Erfahrung kaum eine Rolle. Denn es findet sich immer etwas zum Ausstopfen im Rucksack. Oftmals gibt es einen Packsack dazu, so kann das Paket auch außen am Rucksack sicher befestigt werden.


Das könnte für Dich auch interessant sein:

Schlafsack für Winter- und Hochtouren
In unserem kurzen Schlafsack-Test für alpine Biwaks und Wintercamping stellen wir Dir 3 empfehlenswerte Modelle vor.


Kaufüberlegungen

Wähle die Matte für Dein Haupteinsatzzweck

Wenn Du vorrangig in warmen Regionen und/oder Jahreszeiten unterwegs bist, dann entscheide Dich für eine leichte, bequeme Matte, der Isolationsgrad ist nicht so sehr von Bedeutung.

Bist Du oft im Winter oder auf Gletschern unterwegs, dann pfeif auf das Gewicht und besorge Dir eine Matte mit ordentlicher Wärmedämmung.

Willst Du Deine Sommermatte nur gelegentlich mal im Winter verwenden, dann kannst Du einfach noch eine dünne Alumatte darunter oder darüber legen. Die Isolationswerte addieren sich dann. So hast Du meistens eine leichte Matte mit geringem Gewicht und nur manchmal packst Du noch eine zusätzliche Isolation ein.

Wähle eine komfortable Matte

Für längere Trekkingtouren in bergigen Regionen ist es nicht immer sichergestellt, dass Du auf einer saftig weichen Wiese zelten kannst. Schlägst Du Dein Zelt auf einer kargen und steinigen Stelle auf, bist Du für eine dicke Matte dankbar.

Für Winterbiwaks ist die Durchmesser der Matte nicht entscheidend für den Schlafkomfort, weil die Schneeunterlage ja etwas nachgibt und gut formbar ist.

Bin ich für nur ein oder zwei Nächte unterwegs, dann optimiere ich auch gerne mal zu Lasten des Schlafkomforts. Der Verlust an Erholung ist auf diese kurze Dauer kein Problem.

Auf längeren Trekkingtouren wirkt sich schlechter Schlaf jedoch stark aus. Es ist unglaublich schade, wenn Du die atemberaubend schöne Natur nicht genießen kannst, weil Du nachts kaum ein Auge zu bekommst.

Welche Matten können wir empfehlen?

Im Laufe der Zeit haben wir einige Matten ausprobiert. Wir stellen Dir nun unser persönliches Equipment vor. Diese Modelle empfehlen wir auch mit guten Herzen.


Thema Werbung: Die vorgestellten Produkte haben wir selbst erworben. Die VauDe-Matte haben wir leihweise zum Test erhalten, sie jedoch danach gekauft. Unsere Meinung ist davon unbeeinflusst.


Therm A Rest: NeoAir Xlite

Das absolute Leichtgewicht unter den aufblasbaren Isomatten. Sie hat uns schon auf vielen Touren in den Anden und bei Winterbiwaks im Schnee begleitet. Im Winter braucht sie jedoch eine zusätzliche Alumatte um schön warm zu bleiben.

Auch wenn sie sehr filigran erscheint, so ist das Material ziemlich robust. In Montenegro hatte sie jedoch ein harter Dorn durchbohrt. Dank des Reparaturkits war die Suche des Lochs aufwändiger als das Schließen. Die Matte ist super klein packbar, raschelt aber ziemlich. Sie könnte vor allem im Fußbereich etwas breiter ausfallen und eine Kissenfixierung wäre von Vorteil. Diese beiden Mankos werden aber locker vom unschlagbaren Gewicht und Packmaß wett gemacht.

Produktinformation

  • R-Wert: 4,2
  • Dicke: 6,4 cm
  • Gewicht: 340 gr. (regular)
  • Preis: ca. 130 €

Janes Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau. Sehr klein und leicht, dabei verhältnismäßg warm, bequem und robust.


Das könnte für Dich auch interessant sein:

Naturnah und minimalistisch - eine Liebeserklärung ans Biwak
Biwakieren ist mehr als eine Notlösung im Schlechtwetter- oder Notfall. Warum das Übernachten in freier Natur Dir die grenzenlose Freiheit schenkt


Klassiker von Therm A Rest

Die erste Generation der selbstaufblasenden Thermoluftmatratzen, aber selbst gepackt ist sie noch eine riesige Rolle – dafür hält sie auch im tiefsten Winter oder auf dem Gletscher kuschelig warm.

Die Matte ist äußerst robust und hat eine angenehme textile Oberfläche, die nicht rutschig ist. Sie ist nun weit über 10 Jahre im Einsatz und zeigt noch keine Abnutzungserscheinungen.

Auch sie hatte schon mal ein Löchlein, das war allerdings wegen der Stoffoberfläche noch schwerer auszumachen. Um es zu finden half letztlich nur ein Vollbad im See.

Produkt-Information

  • R-Wert: 5,5 > 6
  • Dicke: ca. 3,5 cm
  • Gewicht: 955 gr. (regular)
  • Preis: nicht mehr erhältlich / ähnlich Produkte ca. 90 €

Ulis Fazit: Meine Winter-Lieblingsmatte – schön breit und warm.


Das könnte für Dich auch interessant sein:

Tipps für Winterbiwaks
Die besten Tipps für kuschelige Nächte im kalten Winter


VauDe Performance 7L

Eine neue Matte zum Aufblasen mit Isolations-Wattierung. Das ist eine super-bequeme 3-Jahreszeitenmatte mit kleinem Packmaß und Gewicht. Aufgrund ihrer Dicke ist sie gerade für Seitenschläfer die ideale Variante.

Produkt-Information

  • R-Wert: 2,7
  • Dicke: 7 cm
  • Gewicht: ca. 530 gr (lange Variante)
  • Preis: ca. 130 €

Ulis Fazit: Ich habe die lange Variante gewählt, weil sonst meine Füße schnell mal über den Rand hinaus hängen. Gleich in der ersten Nacht hab ich mich in die Matte verliebt und gab sie nach dem Testzeitraum auch nicht mehr her.

Pflegehinweise

Lagerung: Luftgefüllte Isomatten sollten ausgerollt und mit offenem Ventil gelagert werden. Wir lagern unsere Matten unterm Bett, dort werden sie zwar etwas staubig, sind aber nicht im Weg. Gerade wenn Deine Matte noch eine Isolationsfüllung (Daune, Kunstfaser) besitzt sollte diese nicht über längere Zeiträume zusammengeknautscht werden.

Pumpsäcke: Ein Plastikbeutel zum Aufblasen der Matte mit passendem Ventiladapter. Er verkauft sich oft über die Vermeidung von Schimmelbildung durch die feuchte Atemluft in der Matte und möglichen Gesundheitsschäden beim Aufblasen. Ich verwende ihn gerne, weil das Aufpumpen auf 4000+ Metern wesentlicher entspannter ist. Den Pumpsack nutze ich als Vakuumbeutel um meinen Schlafsack im Rucksack zu komprimieren.

Löcher vermeiden: Suche den Zeltplatz vor dem Aufbau nach spitzen, harten Gegenständen ab. Tannennadeln sind kein Problem, aber Zweige von Dornenbüschen können es schon durch Zeltboden und Isomatte schaffen. Falls doch mal ein Loch entsteht, ist das Reparatur-Set wichtig. Mit dem Kleber ist die Reparatur ein Kinderspiel und in einer halben Stunde ist Deine Matte wieder einsatzbereit.

Fazit

Wenn Du längere Trekking-Touren planst, empfehlen wir Dir eine bequeme Matte, die den Temperaturen angemessen ist. Denn erholsamer Schlaf ist wichtig, damit Du die ganze Strecke genießen kannst.

Brauchst Du bestimmte Matteneigenschaften nur einmal für eine bestimmte Tour, dann kannst Du Dir auch eine passende Matte leihen. Frag mal bei Deiner DAV-Sektion nach oder nutze einen Leihservice “iRentit” von VauDe oder gearilla.com.

Für Winterbiwaks empfehlen wir zusätzlich die dünnen Alu-Isomatten. Sie haben eine gute Wärmeisolation und wiegen fast nichts. Am Rucksack sind sie außen leicht festzubinden. Wir haben so eine “Fußboden-Heizung” im Zelt.

Aber jetzt: Gute Nacht!

Hey, wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch gern auf der sozialen Plattform Deiner Wahl!

Hat Dir dieser Beitrag gefallen bzw. weitergeholfen bei Deiner Suche nach einer passenden Isomatte? Wie sind Deine Erfahrungen mit kalten Nächten?


Wenn Du noch Fragen hast oder deine Erfahrungen teilen möchtest, dann schick uns einfach eine Nachricht an contact@dustyboots.blog oder hinterlasse uns einen Kommentar. Wir helfen Dir gerne weiter.


Unser Ziel ist es, Dir mit dustyboots inspirierende Geschichten und Interviews mit handfesten How-To-Informationen zum gleich Loswandern zu bieten. Dafür benötigen wir neben Leidenschaft und Zeit auch Geld für Hosting, Reisen oder Ausrüstung. Wenn Dir unsere Inhalte gefallen und Du uns unterstützen möchtest, kannst Du das mit einer PayPal-Spende tun.

Herzlichen Dank!

print

Das könnte dir auch gefallen:

Hinterlasse ein Kommentar