Diese Touren passen in jedes Wochenende

Diese Touren passen in jedes Wochenende

Die letzten Monate hat uns der Arbeits-Alltag auch hin und wieder erwischt: Die Woche im Büro hat ganz schön Kraft gekostet. Das schmutzige Geschirr blieb abends öfters mal stehen. Dann Freitag: Yeah, Wochenende! Uff, wir müssen noch putzen und einkaufen – aber raus wollen wir trotzdem und eigentlich sind wir auch ziemlich müde…. was also tun?

Die Lösung sind anderthalb Tage: erledige am Samstag in aller Ruhe Deine Angelegenheiten und starte am Nachmittag. Schlafe draußen und Du hast den Sonntag bei Tagesanbruch schon gewonnen. Wir erzählen Dir wie wir das organisieren und haben obendrauf gleich noch ein paar Tourenvorschläge für Dich.

Gerade wenn Du Dich aufteilen musst – also erst Haushalt und später erst rauskommen – sind hohe oder anspruchsvolle Ziele manchmal einfach nicht mit dem aktuellen Energielevel zu vereinbaren. Das ist zwar bedauerlich, hindert Dich aber nicht daran ein anderes Abenteuer zu erleben. Vielleicht kannst Du bei dieser Gelegenheit ein paar Dinge ausprobieren, für die Dir sonst das Risiko zu groß ist oder schlichtweg die Zeit/Gelegenheit fehlt.

Unser Tipp: Bleib doch einfach mal im Tal. Geh nicht hinauf, bleib unten. Pack Deine sieben Sachen und entdecke die kleinen Bäche und Wasserfälle. Während Du gespannt dem Flusslauf folgst, fließt der Alltag mit dem Wasser einfach davon.

Das Tal ist eine wunderbare Spielwiese. Du kannst mal etwas mehr mitnehmen oder auch mal sehr knapp kalkulieren. Wenn etwas fehlt, bist Du in großer Not bald im nächsten Dorf. Selbst ein bisschen Extra-Gewicht spielt keine große Rolle, denn es geht ja nicht steil bergauf.

  • Vielleicht mal eine andere Isomatte ausprobieren?
  • Funktioniert ein Kleiderbündel auch als Kissen oder ist das zu unbequem?
  • Brauche ich das Innenzelt wirklich oder funktioniert die Außenhaut als Tarp auch?
  • Ich nehm mir noch ein Buch und die Hängematte zum Pausen mit.

Auf solchen Touren kommst Du nachmittags am Ausgangspunkt los und hast noch ein paar Stunden um raus zu kommen. Bald verabschiedet sich jedoch die Sonne und Du hast einen schönen Biwakplatz zu finden:

  • Wo ist ein Platz ein wenig abseits damit Du nicht gleich gesehen wirst?
  • Ist er eben und idealerweise noch möglichst bequem und weich?
  • Was passiert wenn es länger regnet? Sammelt sich hier das Wasser?
  • Wo ist der nächste Bach? Woher bekommst Du Trinkwasser? Baden oder nur Katzenwäsche?
  • Solltest Du das Wasser filtern, weil Du auf Almgelände bist?
  • Gibt es ein stehendes Gewässer und damit Mücken in der Abenddämmerung?
  • Wann und woher kommt die Sonne am nächsten Morgen?

So, Dein Zeltchen steht oder vielleicht hast Du ja auch nur Deine Isomatte und Schlafsack dabei. Je nachdem: den Kocher raus und Abendessen zubereiten. Auch hier kannst Du ausprobieren:

  • Mal ein neues Rezept testen? Wie wär’s mit Linsen oder Bulgur statt Pasta?
  • Spiele mal mit der Menge. Wie viel Nahrung brauchst Du wirklich?
  • Wie wär’s mit Gewürzen und frischen Zutaten? Ein wenig Luxus darf schon sein 😉
  • Brauchst Du eine Tasse oder schmeckt der Kaffee auch direkt aus dem Topf?


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Am nächsten Morgen geht es weiter. Dein Zelt ist noch feucht vom Tau, innen hat sich auch ein wenig Kondenswasser gebildet. Wie ist der optimale Ablauf für Dich vom Aufstehen über das Frühstück, Lager abbauen bis zum Losgehen? Du hast keinen Zeitdruck, kannst daher auch einmal andere Abläufe ausprobieren.

  • Kommt die Sonne schon rein, kannst Du Deine Zeltplane gleich trocken?
  • Bist Du an einem schattigen Ort, raffst Du erstmal alles zusammen. Es gibt später ein Frühstück in der Sonne.
  • Brauchst Du erstmal einen Kaffee oder Tee um überhaupt in die Gänge zu kommen?
  • Wie läuft Euer Teamwork? Einer kocht, der andere kümmert sich um die Ausrüstung? Wechselt doch mal die Aufgaben.
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Welche Touren bieten sich dazu an?

Wir haben ein paar wunderbare Tourenvorschläge für Dich: Vom gemütlichen Tal bis zu wilden Gipfeln und nie endenden Sonnenuntergängen.

Du kannst natürlich auch Deine eigene Routen finden, die Planung und Vorbereitung ist dazu schnell gemacht. Du bist ja im Tal und kannst daher in jeder Ortschaft aufhören, einkaufen, wie auch immer. Diese Tipps helfen Dir bei der Auswahl:

  • Nach dem Start brauchst Du innerhalb von zwei, drei Stunden eine Gegend, wo Du Dein Biwak aufschlagen kannst. Also eher unbewohntes Gebiet, das nicht Naturschutzgebiet ist.
  • Täler sind oft weitläufig, deshalb steigen wir auch gerne mal auf Fahrrad um und erkunden die Gegend aus dem Sattel heraus.
  • Oftmals versorgen wir uns erst am Startort oder unterwegs mit den letzten Lebensmitteln. Das spart Zeit, weil wir im Zug erst unseren Speiseplan komplettieren.
  • Für den zweiten Tag kannst Du Dir eine schöne Strecke zurechtlegen. Bedenke aber, dass Du nicht zu spät die Heimreise antreten solltest. Zu Hause angekommen, musst Du noch Deine Ausrüstung vorsorgen. Am Sonntag Abend braucht es keinen Stress mehr.

Radlrunde zum Walchensee

Du startest in Garmisch und radelst aus der Stadt hinaus Richtung Mittenwald. Gleich zu Beginn steigt der Radlweg beständig an. Nicht wirklich steil, aber Du bist die ganze Zeit am Treten. Kurz nach Krün zweigt ein Feldweg zum wunderschönen Barnsee ab. Später im Wald ist es nochmals steil, das war’s dann.

Zum Walchensee geht es über Wiesen und Felder. Um den See herum verläuft eine Uferstraße. Je weiter Du nach hinten radelst, desto einsamer werden die Strände. Such Dir den schönsten für Dein Biwak aus. Am nächsten Tag kannst Du entweder direkt nach Kochel runterdüsen oder Du zweigst in die Jachenau ab, genießt das grüne Tal und kommst nach Lenggries. Dort kannst Du der Isar durchs Alpenvorland folgen.

Spitzen-Panorama: Zillertaler Hauptkamm

Die Zugverbindung bis Ginzling dauert zwar ein wenig, aber es wird dabei unterwegs immer schöner. Am Breitlahner wanderst Du in den Zemmgrund. Mit jeder Ecke und jedem Meter den Du aufsteigst wird es wilder und schöner. Am Schwarzsee hast Du einen grandiosen Ausblick auf den kompletten Zillertaler Hauptkamm: Wie er abends in der Sonne leuchtet und morgens Dir schon wieder entgegen strahlt!

Am nächsten Tag gehst Du übers Joch ins stille Gniggltal hinab. Rechts lockt die Zygmondispitze noch zu einer tollen Kraxelei. Im Gniggl geht es steil bergab, überall kommt Wasser her, Du querst den Bach ein paar Mal. Richtig wild, das macht Laune dort! Aus dem Tal wieder draußen bist Du direkt vor Ginzling.

Chiemgau-Runde

Diesmal wieder mit dem Radl: Du startest in Traunstein und folgst dem Radweg an der Weißen Traun entlang nach Süden. Bald erreichst Du Ruhpolding. Aus dem Dorf wieder hinaus, kommst Du an der Biathlonanlage vorbei. Der Forstweg bringt Dich zu den drei Seen im Weittal. Der größte ist der Weitsee, er liegt im Naturschutzgebiet. Danach kommt Almgelände und Du kannst nach einem Biwakplatz suchen. Am nächsten Morgen erreichst Du bald Reit im Winkl, Kössen und den schönen Walchsee.

Am Walchsee biegst Du wieder nach Norden ab. Es steigt eine Weile an, dann bist Du am Pass oben und kommst ins Sachranger Tal. Ab jetzt hast Du eine super lange Abfahrt (12km) bis Aschau. Bis zum Bahnhof in Frasdorf hast Du noch ein paar deftige Hügel zu meistern, aber nichts was Dich umbringt.

Schliersee-Runde

Die BOB bringt Dich an den Schliersee. Du radelst durchs Tal weiter bis nach Bayrischzell. Dort folgst Du der Alpenstraße nach Süden. Bald gelangst durch lichten Wald zur Abzweigung ins Kloo-Ascher-Tal. Im Tal gibt es im Sommer ganz hinten kurz vor dem Anstieg zur Elendalm Wasser. Entweder Du machst Dein Biwak noch unten im Tal oder oben an der Elendalm. Dort geht es dann wieder hinab in die Valepp. Der Radlweg führt dich durchs feuchte, dicht bewachsene Tal zum Spitzingsee. Zum Abschluss erwartet Dich die rasante Abfahrt wieder hinunter zum Schliersee. Dort kannst Du den Sonntag mit einer gemütlichen Runde Stand-Up-Paddling ausklingen lassen.

Unser Tipp: Nutze Dein Wochenende

Mit einer Übernachtung draußen ist das Wochenende schon sehr viel erlebnisreicher. Durch die gemütliche Runde im Tal ist es auch nicht überladen und Du musst Dich nicht über Deine Grenzen hinaus strapazieren. Nach einer stressigen Woche in der Arbeit kannst Du so draußen abschalten und frische Energie tanken.

Du hast viele Möglichkeiten etwas auszuprobieren und jedes mal entdeckst Du auch etwas Neues: Aha, so gefaltet passt das Zelt besser in den Rucksack. Mit den getrockneten Tomaten und ein paar Oliven hat das Abendessen viel besser geschmeckt. Morgens ist mir die Müsli-Ration eigentlich ein Ticken zu viel, dafür lieber noch ein wenig mehr Snacks für unterwegs.

Aber das Wichtigste überhaupt ist: Du hast Zeit, kannst Dich spüren und die Welt hautnah erleben. Denn diese Momente sind das was wirklich zählt: Stay wild!

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