Hike and Fly – es war der Hund

Man könnte für Gabor viele Beschreibungen finden: Ex-Kletterer, Individualist, Abenteurer, Hundeliebhaber, Lebenskünstler, Münchner Grantler, Filmeditor, Großherz, Weltenbummler, Naturbursche, Freigeist, Minimalist, Alpinist, Gleitschirmflieger…

Diese wilde, interessante Mischung hat mich sofort neugierig gemacht als wir uns berufsbedingt in einer Medienagentur kennengelernt haben. Von der ersten Begegnung an war klar: die Chemie stimmt, Sympathiefaktor: Mount Everest-Level. Immer wieder erzählte Gabor von seiner Leidenschaft, dem Fliegen. Und als er mich eines Tages auf einen Tandem-Ausflug einlud, war ich gleich Feuer und Flamme.

Der garantiert außergewöhnlichste Grund das Fliegen zu erlernen, von dem Du je gehört hast.
Warum Risiko nicht gleich Risiko ist und 10cm über Glück und Unglück entscheiden können.
Was 24 Stunden Hike & Fly mit Dir machen.

Dieses Interview ist auf jener Tour im Gespräch entstanden und fällt daher etwas ausführlicher aus.
Viel Spaß beim Eintauchen in die wundersame abenteuerliche Welt des Gabor 🙂

 

INTERVIEW

Wie und wann bist du überhaupt auf die Idee gekommen, das Gleitschirmfliegen zu probieren? Gab es einen Initialzünder?
Das war der Hund, den hab ich in Spanien bei einem Kletterurlaub gefunden. Da hatte sich der Toni [besagter Hund] gegen die Felsen gedrückt um sich zu wärmen weil er total abgemagert war. Er hat sich voll gefreut als wir kamen und ich hab gesehen, dass er sehr viele Wunden hatte… Mein Freund meinte gleich: “hey, das ist jetzt Deiner”.

Ich hatte noch ne halbe Semmel, die hab ich ihm dann gegeben und er ist mit uns zum Auto mitgekommen. Ich bin am nächsten Tag gleich mit ihm zum Tierarzt gegangen, auch zum Entwurmen und so… Der Tierarzt hat ihm dann sofort einen Chip eingesetzt und einen Pass ausgestellt – Spanisch kann ich ja nicht, daher hab ich das erstmal gar nicht so mitgekriegt… Er sagte dann das sei ein andalusischer Ratonero und ein eeeedles Exemplar, ein guter Hund. Nagut, dann war er halt meiner.

Jagen, das ist so seins. Jagen ist sein Heroin, da flippt der aus. Und in den Bergen rumstreunern.. das ist der Wahnsinn wieviel Spass er da hat. Tja… und dann konnte ich nicht mehr ohne ihn in die Berge gehen. Ich habs probiert, dass ich ihn auf Skitouren mitnehme, hoch zu das ging auch, aber er friert ja immer so. Dann hab ich ihn beim Runterfahren einfach in den Rucksack gesteckt, aber das war für uns beide blöd. Ihm hat das überhaupt nicht getaugt im Rucksack.

Richtig bergsteigen geht sowieso nicht und dann musste ich mir überlegen was ich jetzt mache, dass wir beide noch Spaß haben.

Ein Kletterspezi von mir wollte schon lange mit dem Gleitschirm fliegen, das war vor sechs Jahren. Und dann war auch meine erste Frage ob das mit Hund geht. Das war überhaupt kein Problem. Dann hab ich eben das Gleitschirmfliegen angefangen.

Hast Du dafür ein eigenes Geschirr entwickelt oder funktioniert das einfach durch “Einstecken”?
Ich hatte ihm einen Klettergurt gekauft. Es gibt für Hunde auch Gurte, die sicher sind, weil ja auch Rettungshunde aus dem Hubschrauber heruntergelassen werden. Ich hab ihm aber mittlerweile einen Spezialgurt konstruiert, denn die sind sau-unbequem, diese Klettergurte.


Was war die größte Herausforderung auf dem Weg zum Flugschein? Wie bist Du damit umgegangen?
Am Anfang war es bei mir mit der Fliegerei so, dass ich voll angespannt war. Bei meinen ersten Flügen – schon mit Schein – hatte ich einfach einige Negativ-Erlebnisse, die ich nicht einordnen konnte.

Schlimm ist: es passiert irgendwas und du weißt nicht warum. Wenn Du weißt, was Du für Scheiße gebaut hast, dann musst Du das halt nicht mehr machen. Wenn Dir aber Sachen passieren, die Du nicht einordnen kannst – das war bei mir am Anfang oft der Fall… das hat mich total gegruselt, das fand ich überhaupt nicht gut.

Und dann ist der Plan mit dem Toni nicht so aufgegangen. Es war jedes Mal ein großer Stress für mich im Kopf und für ihn auch. Und das Ganze hat mich auch nicht soooo gefesselt. Die romantische Wunschvorstellung von dem Ganzen wäre ja schon immer gewesen, sich mit dem Toni in den Alpen herumzutreiben wo immer der Wind uns so hinträgt und Biwak machen und beide haben wir Spaß und erleben Abenteuer… So was Dummromantisches, aber da gehören Sorgen und Angst irgendwie nicht so dazu.

Das war dann also die Entscheidung: lässt du es sein oder probierst du es jetzt nochmal so richtig? Kauf ich mir jetzt so richtig Bergsteiger-Equipment fürs Gleitschirmfliegen und reiße es wirklich nochmal an?

Ich habe mir dann einen 2 kg leichteren Schirm gekauft und bin auf die Alpensüdseite gefahren. Es war Winter und ich hatte Zeit, der Hund war bei meiner Frau. Ich bin zwei Wochen lang jeden Tag gewandert und geflogen und da war ich mit einem Schlag süchtig. Da bin ich in so nen Flow gekommen. Das war die Initialzündung, dass ich vom Wandern angefixt war und das mit dem Fliegen total aufgegangen ist.

Genau so wie ich es mir vorgestellt hab: nicht wie die meisten Gleitschirmflieger stundenlang in der Thermik rumspielen, sondern “Berge hochwandern und dann fliegen”. Und ich meine nicht mal Runterfliegen. Auf der Metaebene wäre das dann so ein “Zurück”, darum gehts gar nicht. Vom Mindset ist das eher: jetzt passiert was Anderes, was Neues. Und das macht es auch so einzigartig. Dass man dann die Nähe des Autos anpeilt, das ist einfach praktische Logistik.

Wenn du das Gleitschirmfliegen besser beherrschst, ist es auch nicht mehr “runter”, sondern dann kannst du auch auf Strecke gehen. Dann nutzt du die Thermik oder Talwinde aus, Prallwinde an Hängen… und dann fliegst Du statt runter eher noch viel höher, weiter und weg. Und wenn solche Pläne aufgehen mit dem Wind, mit der Thermik, dann ist das total wunderbar.

Das hab ich auch gerade gedacht, das ist einzigartig. Die meisten kommen wahrscheinlich vom Wandern zum Fliegen. Aber du kommst vom Hund aufs Fliegen und vom Fliegen aufs Wandern, das ist total lustig.
Ja das stimmt. Ich komme ja vom Bergsteigen her, da war das eher gezwungenermaßen der Zustieg… dieses ereignislose Wandern war für mich immer voller Grauen. Das ist nicht spannend, da wirst du nicht gefordert, da ist nichts, da musst Du Dich nicht anseilen… Da geht das Bergsteigen quasi noch nicht los.

Das ist für mich ja gerade das Schöne: dass ich beim Wandern eben an nichts denken muss.
Ja, total, das ist es jetzt für mich auch, vom Wandern bin ich jetzt süchtig geworden. Wenn man so mit dem Gleitschirm unterwegs ist wie ich, dann kommt es natürlich immer vor, dass man wegen Wind, Wetter, etc. nicht starten kann, auch wieder runter gehen muss. Und das ist dann voll OK.

Was ist für Dich das Besondere an diesem Sport? Was macht einen guten Flugtag aus bzw. was ist Dir wichtig?
Dieses Hochwandern und Fliegen – dieses Zusammen, was so viel mehr ist wie die Summe seiner Einzelteile. Die Höhe, in die man sich begibt beim Fliegen, ist ja durchaus eine letale.

Wenn man selbstständig in den Bergen unterwegs ist, dann bekommt das Ganze auch einen Abenteuer-Aspekt, und der ist schön. So ansatzlos. Man fährt früh morgens mit Freunden weg und dann hat man den ganzen Tag Abenteuer.

Ich habe ja oft einen Pulsmesser dabei und die krassesten Spitzen habe ich oft beim Fliegen.

Vom Material bist Du abhängig, denn ohne kannst Du ja nicht fliegen. Aber wenn Du schon ganz oft geflogen bist, wenn das dann schon so eine Routine kriegt, dieses Fliegen an sich, dann könnte man das auf der Metaebene auch so verstehen, den Gleitschirm wie… klar ich bin kein Vogel, aber… als ob er ein Teil von mir ist.

Das Essentielle was man wirklich braucht ist so wenig… und das finde ich voll schön. Beim Bergsteigen hast Du viel mehr dabei: das Seil, die Steigeisen, dann hast du entweder Eisgeräte dabei oder Pickel, Karabiner etc. Beim Gleitschirmfliegen hingegen: Gurtzeug, Gleitschirm und das wars.

Hast Du eine favorisierte Gegend, in die es Dich immer wieder hinzieht?
Auf dem ein oder anderen Berg im Isarwinkel war ich tatsächlich bestimmt schon über hundert mal. Da fahre ich auch vor der Arbeit schnell hin und laufe rauf. Das ist schon so ein Cardio-Training von mir, da wirds dann auch interessant wie schnell ich eigentlich oben sein kann.

Was war Deiner Meinung nach bisher das absolute Highlight bzw. Dein schönstes Erlebnis?
Das war diesen Winter. Ich hab ja einen neuen Schirm, einer von diesen High B Schirmen. Ich war am Monte Grappa bei Inversionswetterlage, also oben war es schön warm. Die Straße war wegen Schnee schon gesperrt, deswegen war da oben war niemand, ich wandere ja immer hoch. Oberhalb der Inversion bin ich gestartet und es war sehr aktive Thermik. Das wurde dann einer meiner weitesten Flüge.

Hast Du eine Traumroute, die du gern mal fliegen würdest?
Ja, zum Beispiel jetzt mit der leichten Ausrüstung den Großvenediger. Den bin ich nie gegangen weil mich dieser unfassbare Hatscher von der Hütte talauswärts so abtörnt. Nach dem Gipfel diese 2.000hm plus über 10km oder so…. Darum war ich nie auf diesem Berg. Aber jetzt mit dem Schirm macht der voll Sinn. Ich war noch auf keinem 4.000er mit dem Gleitschirm und das will ich jetzt mal machen.

Was ist eigentlich wenn ich unterwegs mal dringend auf Toilette muss?
Haha, das ist tatsächlich eine gute Frage. Darum gibt es auch so einen Kult drum: Urinalkondome bei Männern, also ein Kondom, das einen Schlauch drin hat, der alles raus leitet. Ich kanns mir noch ganz gut verkneifen.

Was war die kniffligste Situation bisher? Ist Dir unterwegs mal etwas Schlimmes passiert?
Letztes Mal bei einer 24 Stunden Hike & Fly Tour sind wir knapp an einem „Aua“ vorbei. Beim Starten am Christlumkopf, es war abends, der letzte Flug mit dem Tandem.

Naja es war natürlich unsere Schuld weil wir uns den Hang vorher nicht genau angeschaut haben… in diesem Hang jedenfalls war mit einem Mal ein großes, vom Gras eingewachsenes Loch und wir sind genau darauf zugelaufen. Also wenn ich da abgebrochen hätte… dann wären wir voll reingerutscht, Bam! Wir sind gerade noch so mit angezogenen Beinen, 10cm über diesen Gegenanstieg drüber. Wobei das auch nicht soooo schlimm ausgegangen wäre.

Und was wäre die bessere Entscheidung gewesen?
Die beste Entscheidung wäre gewesen, sich den Hang besser anzusehen. Aber das war alles so eingewachsen… Dann wären wir 10 Meter weiter rechts oder links gestartet, den Platz hätte es gegeben.

24 Stunden Hike & Fly – erzähl mal…
Ich hab das erst ein Mal gemacht. Die Idee war einfach, sich 24 Stunden lang in den Bergen zu bewegen. Anfangs war es nicht so wie ich es mir erhofft habe, aber das lag daran, dass wir es zu mehreren gemacht haben. Dieses Gehen und Erzählen und babababab… am Anfang hat mir der Flow gefehlt. Das liegt aber dann an einem selber. In der Nacht sind wir dann nicht mehr auf Berge gewandert sondern ohne Rucksack einfach um den Achensee spaziert. Und dann ist es tatsächlich so geworden wie ich mir das erhofft hatte: so eine Katharsis. Erstmal war es unheimlich befreiend ohne Gepäck, man geht so leicht, man geht so dahin…

Ich will das auf jeden Fall wieder machen, in einer anderen Form, die Idee hatte ein Freund von mir. Nächstes Mal will ich es so machen, dass ich vielleicht im Zillertal anfange, gehend und fliegend, immer eine Richtung, alpensüdseitig… mal sehen wie weit ich in 24 Stunden komme…

Das ist einfach schön weil Du auf die ganze Logistik wie Schlafsack verzichtest. Und es hat auch etwas total Befreiendes wenn Du merkst: du kannst auch einfach 24 Stunden durch gehen.

Es hat etwas total Befreiendes wenn Du merkst: du kannst auch einfach 24 Stunden durch gehen. Klick um zu Tweeten

Das ist ja gerade auch voll im Trend: diese organisierten 24 Stunden-Dinger, 100km Märsche und so. Wie ist das? Wird man dann gehetzt und in irgend ner Form angetrieben zusammen zu bleiben? Der eine geht 5000hm in 24 Stunden, der andere ist nach 3000hm fertig oder wird langsamer… das trennt sich ja. Ich denke, das sollte jeder schon in seinem Rhythmus, in seinem Flow gehen. Das sollte man alleine machen. Oder sich erst gar nicht eine Zeit vornehmen sondern einfach eine sehr sehr lange Tour mit Open End. Wann Du ankommst ist egal. Du kannst Dich immer mal zehn Minuten hinlegen und die Augen zumachen wenn du müde bist… egal. Die Nächte sind stiller und du gehst einfach immer weiter. Wenn du das schaffst… das ist einfach geil.

Würdest Du sagen, dass es ein sicherer Sport ist?
Ja, schon, auf jeden Fall. Es ist erstmal so: die Schirme sind in Sicherheitsklassen unterteilt. Anfangen darfst Du nur mit der aller sichersten Klasse.

Die dann wahrscheinlich auch die schwersten sind, wie beim Surfen.
Nee, die gibts auch in leicht, das ist gar nicht das Kriterium. Das Kriterium bei A-Schirmen ist erstens, dass der Arbeitsweg (also z.B. der Weg wie du an den Bremsen ziehen kannst bis die Strömung abreißt) der längste ist.

Das heißt, Du kannst nicht so schnell überreagieren.
Ganz genau. Du kannst nicht so schnell etwas falsch machen. Die Schirme sind schon maximal sicher, mit denen fängst Du an und mit denen passiert im Grunde auch nicht wirklich was.

Es läuft beim Gleitschirmfliegen einfach auf ganz viel Eigenverantwortung hinaus. Du musst auch das Wetter einschätzen, aber das lernst Du mit der Zeit aus Erfahrung. Meist ist es eh immer anders als vorhergesagt.

Hike and Fly und das normale Gleitschirmfliegen ist eigentlich richtig gut vergleichbar mit Skitouren gehen und Skifahren. Bei denen, die nur Ski fahren, sind auch total gute Skifahrer dabei, die den Tag 20 Mal wieder hoch fahren und die Pisten runterwedeln. Aber sich dann so richtig eigenverantwortlich in den Bergen zu bewegen…naja…

Das ist beim Gleitschirmfliegen genauso. Viele, die immer nur fliegen, können dann nicht gut auf schwierigen Startplätzen starten oder selbständig geeignete Landeplätze suchen. Die können zwar endgut fliegen aber das andere dann eben nicht so. Und da tummeln sich dann viele, die weder gut Gleitschirm fliegen können, noch sich sicher am Start- und Landeplatz bewegen. Und da… naja, manchmal passiert dann halt schon was.

Mei, Fußumknicken bei der Landung oder so… das passiert wie bei jedem anderen Sport auch. Aber ich denke wenn Du ein bisschen Erfahrung hast, kannst Du dem gut aus dem Weg gehen, dass Dir schwere Unfälle passieren. Schwere Unfälle passieren eher aus Übermut.

Schwere Unfälle passieren eher aus Übermut. Klick um zu Tweeten

Wie schaut Dein Risikomanagement aus, hast Du Da eine Maxime oder eigene Regeln?
Ok, ich antworte ehrlich: Mein Risikomanagement findet immer bewusst statt. Ich kenne viele Gleitschirmflieger, die niemals ohne Rettungsschirm fliegen würden, egal was für Bedingungen sind. Das ist auch voll OK. Aber wenn ich z.B. im Winter auf nem Berg bin und weiß, dass ich überhaupt keine Thermik oder Turbulenzen zu erwarten habe, dann fliege ich auch ohne Retter. Also wenn etwas passieren würde, dann beim Start oder bei der Landung wenn ich da einen Fehler mache. Und da hilft mir auch kein Rettungsschirm. Aber im Flug wird mir nichts passieren. Also verzichte ich dann ganz bewusst auf den Rettungsschirm wenn ich leicht unterwegs sein will. Das ist so ein Beispiel für mein Risikomanagement.

Wenn ich den Toni dabei habe oder Tandem fliege, also wenn ich mit Passieren unterwegs bin, bin ich grundsätzlich immer super vorsichtig.

Ich bin eh ein vorsichtiger Typ und ein Bauchmensch. Wenn ich ein ungutes Gefühl habe, dann überlege ich mir genau warum dem so ist. Und dafür gibt es immer gute Gründe. Wenn dem so ist, dann mach ich es auch nicht. Aber je mehr man lernt, desto mehr weiß man ja.

Glaubst Du, dass Dich das Fliegen auch in anderen Bereichen prägt? Wirkt sich das auf andere Lebensbereiche aus?
Nee, und ich hatte das auch nicht durchs Klettern damals.

Na obwohl… Doch, ich mach das ja jetzt schon sehr regelmäßig. Im Schnitt fliege ich alle drei bis vier Tage wenn ich das ganze Jahr zusammenfasse mit allen Schlechtwetter-Phasen. Ich fliege ganz oft noch vor der Arbeit oder dann abends. Und wenn ich mal zwei Wochen nicht zum Fliegen komme, dann ist das so – und das ist ein ganz subtiles Gefühl – dann bin ich nicht mehr so in meiner Mitte. Ich fühl mich nicht wohl.

Ah also genau umgekehrt, Du fühlst nicht unbedingt eine direkte Wirkung sondern eher den Mangel.
Ja genau.

Wenn ich diesen Sport jetzt auch gern betreiben würde – was würde da an Investitionen auf mich zukommen? Wieviel hast du insgesamt für alles ausgegeben – Ausbildung, Flugschein, Schirm, Ausrüstung…?
Für alles zusammen – Scheine und die ganze Ausrüstung wenn sie neu sein soll – kann man so mit 4.000 Euro rechnen. Aber es ist Quatsch, dass man sich das erste Zeug neu kauft, gebraucht reicht das am Anfang. Dann bist Du bei 1.500-2.000 Euro und dann rechnest Du noch nen Tausender für den Schein bzw. die Ausbildung dazu.

Hast Du denn noch einen Geheimtipp oder Rat an unsere Leser, die jetzt angefixt sind und das Gleitschirmfliegen für sich auch entdecken möchten?
Ja total. Ich hab den Rat, dass man nicht meinen soll, Gleitschirm fliegen zu können sobald man den Schein in der Hand hat. Die Lernkurve ist eine größere, und dafür brauchts das Bewusstsein. Das ist aber auch das Schöne daran, weil es einem immer wieder Erfolgserlebnisse beschert.

Es ist ganz anders als ich es mir am Anfang vorgestellt hab. Ich hab mir am Anfang meinen Schirm so gewählt: ich will ja Biwaks machen, ich will ja herumvagabundieren, ich will den Hund dabei haben und so… Ich hätte nie gedacht, dass das so schwer ist. Dass ich erstmal ein paar Jahre brauche um das auch hinzukriegen.

Und sucht Euch die Flugschule gut aus. Meine war darauf optimiert, dass Du den Schein recht schnell in der Hand hast und wahrscheinlich keinen Unfall baust.

“Wahrscheinlich keinen Unfall baust”?…
Ja, es gibt aber auch noch Flugschulen, die haben so viel Idealismus, dass sie Dir Fliegen beibringen 😉

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