Ausgangate-Trek in Peru

Einmal um einen heiligen Berg der Inkas wandern heißt: Hohe Pässe, abgeschiedene Täler, viele Alpakas, mächtige Gipfel, wilde Gletscher, bunte Lagunen und Berge, heiße Quellen. Trekking im Herzland der Inkas ist eine herausfordernde Sache: Die Berge und Pässe sind hoch, das Wetter ist wechselhaft, aber die Landschaft ist atemberaubend schön.

Die Umrundung des Ausangate (6.384m) in Peru ist eine fünftägige Trekkingtour. Um diese zu genießen solltest Du gute Fitness und vor allem eine gute Höhenanpassung mitbringen. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, wird im Thermalbecken in Pacchanta auf eine klasse Tour zurückblicken und sich des Lebens freuen.

Diese Runde gehe ich, Uli, diesmal allein.


Das Infopaket zur Tour:

Ausgangate-Trek in Peru-Infopaket
Wenn Du gleich zu den Hardfacts springen willst. In unserem Infopaket findest Du alles was Du zum gleich Loswandern brauchst.


Tag 1: Zu den Thermen von Upis

Früh um sieben stehe ich am Busbahnhof mit einer Tüte leckeren Schneckennudeln, der letzten süßen Versuchung der Zivilisation für die nächsten Tage. Es geht dann durch Täler und über Pässe zum kleinen Dorf Tinque.

Kurz vor halb elf ist mein Rucksack geschultert und ich ziehe zum Dorf hinaus, eine Schotterpiste aufsteigend zur Siedlung Upis. Ich hatte zwar ein paar Mal nach dem Weg gefragt, aber dann doch irgendeine falsche Abzweigung erwischt. So muss ich ein paar Felder queren damit ich zur richtigen Straße nach Upis komme. Zusätzlich setzt dann auch ein leichter Nieselregen ein und ich denke mir, na super, das fängt ja gut an.

Von dort aus komme ich aber ohne weitere Irrungen und wieder im Sonnenschein weiter hinauf zum Berg und zu den heißen Quellen. Schlage mein Zelt auf und genieße ein warmes Bad in dem Thermalbecken.

Tag 2: Über zwei hohe Pässe zur Laguna Ausangatecocha

Gestern abend war es noch bewölkt und über Nacht fiel ein wenig Schnee, aber zum Frühstück habe ich freie Sicht auf den mächtigen Apu Ausgangate mit seinen drei oder vier Gipfeln, wow!

Beim Tee sinnierend kommt mir die Idee: wenn ich nun alleine einen heiligen Berg umrunde, dann freut der sich sicherlich über ein kleines Ritual. Also suche ich mir die schönsten Coca-Blätter aus, die ich dabei habe und bitte den heiligen Berg, die alten Inka-Götter und sonstige Wesen um eine sichere und genussvolle Umrundung. Dazu räuchere ich ein wenig mit meinen Eucalyptusblättern und übergebe dann alles an Pachamama (Mutter Erde).

Nun hoffentlich mit dem Segen der Götter packe ich meine sieben Sachen und ziehe los, stapfe im frischen Schnee hinauf zum ersten Pass Arapa und jenseitig zu schönen Lagunen hinunter. Der Blick auf die Südseite des mächtigen Ausgangate offenbart wilde, tropische Gletscher.

Nachmittags hatte ich mich im Talgrund etwas verlaufen, wurde dafür aber mit einem rotem Wasserfall belohnt. Hinauf zum Pass Ausangate komme ich nochmal gut ins Schnaufen, aber so hoch ist er zum Glück nicht. Ich lasse den Nachmittag staunend an der Laguna Ausangatecocha ausklingen, die Gletscher des Ausangate sind riesig.

Tag 3: Der höchste Pass und unzählige Alpakas

Über Nacht graupelte es immer wieder und in der Früh ist mein Zelt komplett mit einer Eisschicht überzogen. Gemütlich warte ich nach dem Frühstück in der Sonne ab bis das Zelt wieder aufgetaut und halbwegs trocken ist.

Der Aufstieg zum Pass Palomani auf 5.200m kommt schnell und ist recht knackig. Der neue Schnee von letzter Nacht taut schon wieder. Der Weg ist allerdings zusätzlich durch die ganzen Lastpferde aufgeweicht, so wate ich durch jede Menge glitschigen Fango (spanisch: Schlamm).

Auf der Passhöhe selbst steht ein Steinmandl, aber sonst sieht man kaum etwas vom Berg. Es gilt, ein wenig nach links um die Bergschulter herum zu gehen und dann erlebst du deinen Wow-Moment. Aber sieh selbst:

Im Tal auf der anderen Seite grasen unglaublich viele Alpakas. Bewegst Du Dich langsam auf sie zu, dann schauen sie Dich ganz erstaunt und mit ihrem ungläubigem Blick an und kauen dabei genüsslich weiter. So lustig, die Viecher! Als ich dann so über die Weideflächen schlendere, fällt mir auf, dass die Alpaka das Konzept des Stillen Örtchens zu kennen scheinen. Sie kacken immer dort hin, wo sich auch schon zuvor ein Kollege erleichtert hat.

Tag 4: Der letzte Pass zu den heißen Quellen

Ohne einen Coca-Tee in der Morgensonne wandere ich nicht los, weil das Tal aber so tief eingeschnitten ist, dauert es eine Weile bis die Sonne über den Berg kommt. Dafür treibt mich das Inka-Doping dann aber auch flott zum Pass Jampa hinauf.

Als ich oben ankomme sind zum Glück noch keine Wolken aufgezogen und so habe ich das ganze Bergpanorama in Breitwand vor mir. Ich genieße die Ruhe, den wunderbaren Ausblick und die leckeren Mango-Filets. Langsam ziehen aber mehr und mehr Wolken auf und hüllen die Bergspitzen in ihr weißes Kleid. Eine Weile schaue ich dem Treiben noch fasziniert zu, dann gehe ich weiter.

Es zieht immer mehr zu und bald komme ich in Genuss eines Graupelschauers beim Wandern. Aber hey, die Eiskügelchen prallen einfach ab und nass wird man dabei nicht. Der Abstieg führt an einigen Lagunen vorbei, die im Sonnenlicht sicherlich toll funkeln, schade.

Bald wird es flacher und das Dörfchen Pacchanta kommt in Sicht. Dort gibt es auch heiße Quellen, also nix wie rein! Tollerweise gibt es dort auch ein Mädel, das Bier direkt am Beckenrand verkauft. Ich habe also meine Nachmittagsbeschäftigung gefunden …

Abends trinke ich noch ein paar Biere mit Hector und Hiraldo, die ich unterwegs kennengelernt hatte, in der kleinen Mini-Tienda des Biermädchens. Ich erzähle den beiden von meinem Coca-Ritual und Hector meint, es hätte wohl gewirkt – das Wetter der letzten Tage war viel besser als die Wochen zuvor.

Tag 5: Abschied nehmen und zurück nach Cusco

Es ist so gemütlich in Pacchanta. Ich genieße die Morgenstimmung, wasche im Fluss die Alpaka-Kacke vom Zeltboden und habe noch ein paar interessante Gespräche mit den Leuten aus dem Dorf.

Es ist ein wunderschöner Spaziergang nach Tinque zurück. Unterwegs finde ich auch die Stelle, an der ich vor fünf Tagen falsch abgebogen bin. Mein Blick schweift gedankenverloren über das weite Tal: Ich bin glücklich.

Gedanken zur Tour

Vor meinem Aufbruch habe ich in den Tourbüros in Cusco rumgefragt, ob sie eine Tour zum Berg planen. Das war bei keinem der Fall. Es waren nicht viele Gruppen unterwegs und das ist gut so.

Diese Tour ist ein richtiges Abenteuer: Die Wege sind wilder, das Wetter ist rauer als auf vielen anderen Mehrtageswanderungen in Peru und die Pässe sind sehr hoch. Die harten Anstiege werden aber mit grandiosen Aussichten belohnt.

Der Abschluss im friedvollen Dörfchen Pacchanta mit den heißen Quellen ist einfach wunderbar. Das warme Bad macht die müden Beine wieder fit.


Das Infopaket zur Tour:

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Ausangate Trek

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4 Kommentare

Andreas Schäfer 28. Mai 2019 - 10:20

Hey, klingt echt super. Es hörte sich so an als ob du allein unterwegs warst. War der Weg immer gut zu erkennen oder bestand die Gefahr des verlaufens? Kann man diese Tour im generellen ohne Führer machen?
Mfg Laura & Andi

Antworten
Uli 31. Mai 2019 - 21:05

Hallo Ihr Zwei!
Die Gegend ist schon ziemlich wild, aber es wohnen überall auch Menschen oder es sind Hirten unterwegs. Die grobe Richtung ist klar: Der Apu Ausangate ist immer links von Dir. Im Detail fand ich das am ersten Pass etwas knifflig, weil ich dort auch wenig Sicht hatte – oben angekommen gilt es zu queren und nicht direkt wieder absteigen. Ansonsten gibt die Landschaft den Weg ganz gut vor. Ladet Euch den GPS-Track aufs Eure Smartphones, dann könnt ihr im Zweifel Euch lokalisieren und die weitere Richtung bestimmen.
Grüßl
Uli

Antworten
Bettina 12. Januar 2019 - 14:06

Hört sich nach einer tollen Tour an – grandiose Berglandschaft, Panorama und Einsamkeit! Kommt auf meine Bucket List 🙂

Antworten
Uli 13. Januar 2019 - 18:40

Hallo Bettina!

Jip, das ist eine gute Entscheidung. Ich erinner mich auch immer wieder gerne an dieses tolle Abenteuer.

Grüßl
Uli

Antworten

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